Bildergalerie

Für Computergrafiken wie die untenstehenden lässt sich mit Jens Schröter

formulieren, dass digitale Bilder zwar „referenzlos” sein können, in dem Sinne, dass sie nichts Reales abbilden, aber oft und abhängig von der diskursiven Praxis, in der sie eingesetzt werden, einen sehr deutlichen, gewünschten und funktionalen Weltbezug besitzen: einen Weltbezug, der sogar umfassender sein kann als jener fotochemisch erzeugter Bilder.

„Solche synthetischen Bilder können“, wie Vilém Flusser betont,

(fälschlicherweise) «immateriell» genannt werden, und zwar nicht, weil sie im elektromagnetischen Feld aufleuchten, sondern weil sie stofffreie, leere Formen zeigen. Malte man diese Bilder in Öl, wären auch sie im besagten Sinn «immateriell», obwohl sie auf einer stofflichen Leinwand säßen.1

Ohnehin kommt ganz nach Friedrich Kittler

Computergrafik, diese technomathematische Produktion visueller Ästhetik, […] gerade dann zu sich, wenn sie voll und ganz algorithmisch gemacht wird, also bejaht, was nicht ist, statt Bilder der realen Welt nachzubilden.

So oder so täuscht sie

das Auge, das einzelne Pixel ja nicht mehr voneinender unterscheiden können soll, mit dem Schein oder Bild eines Bildes, während die Pixelmenge aufgrund ihrer durchgängigen Adressierbarkeit in Wahrheit die Struktur eines Textes aus lauter Einzelbuchstaben ausweist.2

Der Wissenschaftler und Computerkünstler Herbert Werner Franke nannte folgerichtig Mathematik die Essenz der visuellen Kunst und den Computer einen kreativen Partner. Die Kreationen so eines leidenschaftslosen Rechners und fantasielosen Bildners sind als technogenetische Erzeugnisse allerdings „keine Kunst, aber auch von keiner Kunst zu erreichen.“3 In diesem Sinne bietet diese Galerie mit Computergrafiken lauter optische Simulationen von Sachen, die es schlechthin nicht gegeben hat. Das Bildmanipulationsprogram, welches den kreativen Partner dazu angewiesen hat, heißt genau so, nämlich GNU Image Manipulation Program. Jedes der Bilder kann für den Download einer hochauflösenden Version ausgewählt werden.


1 Flusser, Vilém: Medienkultur. Herausgegeben von Stefan Bollmann. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 2005. S. 221.

2 Kittler, Friedrich: Computergrafik. Eine halbtechnische Einführung. In Wolf, Herta (Hrsg.): Paradigma Fotografie. Fotokritik am Ende des fotografischen Zeitalters. Band I. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag 2002. S. 178-194. S. 179.

3 Kittler, Friedrich: Fiktion und Simulation. In Barck, Karlheinz (Hrsg.): Aisthesis. Wahrnehmung heute oder Perspektiven einer anderen Ästhetik. Leipzig: Reclam 1990. S. 196‑213. S. 203.




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